56 Tage mit dem Wohnmobil durch Frankreich, Spanien und Portugal Teil 3

Von Barcelona bis nach Conil de la Frontera

Tortosa- Polizei versucht unsere Flucht zu verhindern…

Nach der Stadtbesichtigung in Barcelona ist es schon später Nachmittag bevor wir weiter fahren. Die Küste in der Nähe von Barcelona ist sehr stark besiedelt und wir beschlossen möglichst schnell Reißaus zu nehmen. Daher nutzen wir die Schnellstraße und fahren bis nach Tortosa um dort auf einem, von unseren Womo- Führer empfohlenen Stellplatz zu übernachten. Als wir ankommen, stellen wir fest, dass der Stellplatz direkt unter einer Brücke mit einer viel befahrenen Straße liegt. Erschöpft entschließen wir uns trotzdem zu bleiben und hoffen darauf, dass der Verkehr in der Nacht nachlassen wird. Also wird ein kleines Abendessen zubereitet und wir gehen relativ früh ins Bett, um am nächsten Morgen diese Stadt zu besichtigen.

Wohnmobil Stellplatz in Tortosa
Stellplatz in Tortosa

Womit wir allerdings nicht gerechnet hatten- direkt neben dem Stellplatz ist auch noch eine Diskothek! Kurz nachdem wir eingeschlafen waren, so gegen 0 Uhr Nachts, fing die Musik aus der Diskothek mit wummernden Bässen an in unser Wohnmobil einzudringen. Kissen über den Kopf und Augen zu! Nach und nach steigerte sich der Lärmpegel immer mehr, da die jugendlichen Diskotheken Besucher dann auch auf der Straße anfingen zu krakeelen. Irgendwann war ich soweit mich anzuziehen und selbst in die Diskothek zu gehen, da an Schlaf nicht mehr zu denken war. Um 4 Uhr morgens platzt uns beiden dann der Kragen! Wir ziehen uns an und fahren wieder los. Bei der Fahrt durch die Stadt begegnen wir zwei Polizisten im Streifenwagen.

Freundliche Polizisten

Freundlich winken sie uns auf die Seite und fragen ob sie uns helfen können. Mit meinen rudimentären spanischen Sprachkenntnissen erkläre ich, dass wir auf der Suche einer Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe sind. Und was machen die beiden- sie weisen uns den Weg zurück zu dem Stellplatz von dem wir gerade gekommen sind! Nachdem wir ihnen dann erklärt haben, dass wir genau von diesem Platz kommen und warum, zuckten sie mit den Schultern und wir verließen fluchtartig die Stadt !!!!!

Alcaraz

Nachdem wir nun schon so früh unterwegs sind entscheiden wir uns dafür über die Schnellstrasse entlang an der Küste bis kurz vor València zu fahren, wir umfahren die Stadt großzügig und dann geht es ins Landesinnere. Die Küste ist uns zu touristisch und wir fahren auf der N322 über Albachete nach Alcaraz. Diese kleine Stadt mit seinen gerade mal 1400 Einwohnern liegt inmitten von Bergen auf 970 Metern ü. d. M. Im 16 Jahrhundert wurde der Hauptplatz im Ort angelegt. Hier findet man die wunderschöne Kirche, den Glockenturm und ein altes Dominikanerkloster.

Sierra de Cazorla

Nach einem gemütlichen Mittagessen geht es dann weiter durch die wunderschöne Bergwelt an einen Stausee in die Sierra de Cazorla. Hier übernachten wir mitten im Naturpark auf einem Wanderparkplatz. Für den nächsten Morgen ist eine Wanderung geplant. Der Stellplatz ist so einsam, dass wir gegen Abend Rehe beobachten können, die an die Wasserstelle neben dem Parkplatz kommen.

Wohnmobilstellplatz in der Sierra de Cazorla

Wir sind nicht die einzigen die hier übernachten, gegen später kommt noch ein Mann mit PKW, der sich sehr seltsam benimmt. Kein Wort der Begrüßung, kein Augenkontakt, obwohl wir mehrmals freundlich lächeln. Der Mann übernachtet in seinem PKW und mir kommen dann solche Gedanke wie man sie als Thriller- Leserin halt so hat :-), ich überprüfe sicherheitshalber vor dem Einschlafen zweimal ob alle Türen sicher verschlossen sind!

Wanderung durch eine Schlucht

Am nächsten Morgen brechen wir früh auf, da wir noch ein Stück zum Einstieg unserer Wanderung fahren müssen. Die Wanderung führt uns an einem Flusslauf entlang und ist wunderschön!

Weiter geht es dann auf einen Campingplatz Puente des las Herrerias. Der Campingplatz liegt auch mitten in diesem Naturschutzgebiet. Total überrascht waren wir, dass abends Wildschweine und Rehe bis an den Campingplatz kamen und keine Scheu hatten. Wie man sieht müssen wir auch mal wieder aufräumen!

Am nächsten Tag geht es über die A 401 weiter durch die Berge. Fantastische Ausblicke versüßen unsere Fahrt. Endlose Olivenplantagen säumen die Straße und wir erreichen Guadix.

Guadix

Guadix ist eine Stadt in der fruchtbaren Hochebene im Nordosten der Provinz Granada und liegt 915 Meter ü.d.M. Besonders interessant sind die, in den Kalktuff- und Lössgestein gegrabenen, 2000 Wohnhöhlen.  Diese Sehenswürdigkeit sollte man nicht verpassen!

Sierra Nevada

Picknick in der Sierra Nevada
Picknick in der Sierra Nevada

Unsere Reise führt uns nun weiter durch die Sierra Nevada, die wunderbare Aussichtspunkte bietet.Hier verbummeln wir den Tag damit immer wieder anzuhalten und die Aussicht zu genießen.  An diesem wunderschönen Picknick-Parkplatz wollten wir ursprünglich über Nacht bleiben. Wieder einmal kommt es zu der bekannten Situation, in der sich die Reisegefährten nicht einigen können.

Freistehen ist nicht so einfach!

Nachdem der Platz nicht ganz eben war und wir beim Freistehen keine Keile verwenden wollen, versuchte Franz durch abenteuerliche Konstruktionen mit Steinen das Womo gerade zu stellen. Nach einigem hin und her probieren haben wir es dann doch auf gegeben und sind weiter gefahren. Wir  verlassen die Sierra und fahren nach Yegen. Dieser kleine beschauliche Ort liegt am Rande der Sierra Nevada und bietet uns in der Nähe des Schwimmbades die Möglichkeit auf einem Parkplatz mit Aussicht zu übernachten, wieder mal ein Tipp aus dem Womo-Führer. Hier gibt es auch eine kleine Bar in der wir am Abend noch etwas trinken gehen. Franz nutzte die Gelegenheit auch um in Ruhe ein paar Fotos zu machen.

Nach einer sehr ruhigen Nacht geht es weiter Richtung Küste. Bei Motril sehen wir dann endlich mal wieder das Meer. Ein kurzer Stop in einer der vielen stark frequentierten Küstenstädte lässt uns jedoch die Entscheidung treffen, dass wir die Küste wieder verlassen werden. Wir umfahren die Küstenorte  Malaga und Marbella im Landesinneren. Es ist uns einfach zu viel Trubel.

Torqual de Antequera

Torqual de Antequera

Aber es gibt so viel zu besichtigen, dass wir das Meer schnell vergessen. Die Fahrt führt uns zum Torqual de Antequera. Vor 100 Millionen Jahren war dieses Gebiet in Andalusien noch von Meer bedeckt. Heute findet man hier eine wildzerklüftete Felslandschaft mit fantastischen Steingebilden auf 1100 bis 1400 Metern ü.d.M. Ein abenteuerlicher Wanderweg von 2750 Metern führt hier circa 2 Stunden durch die bizarre Felslandschaft und eröffnet immer wieder neue Ausblicke auf die verschiedenen Felsformationen.  Ein Abstecher dorthin ist sehr empfehlenswert!

Fast wie offroad fahren!

Über abenteuerliche Strassen geht die Fahrt dann weiter. Für den Abend haben wir uns wieder mal einen Campingplatz ausgesucht. Camping Parque Ardales –  es ist mal wieder an der Zeit eine gründliche Ver- und Entsorgung unseres Womos  durchzuführen und eine ausgiebig Dusche mit viel Platz zu genießen. Der einfache Campingplatz liegt wieder mitten in einem Naturschutzgebiet an einem Stausee und hat uns gut gefallen.

Ronda

Nachdem wir die letzten Tage doch viele Kilometer gefahren sind und mal eine Pause machen wollten, sind wir am nächsten Tag nur bis Ronda gefahren. Diese Kleinstadt mit knapp 35 000 Einwohnern in der andalusischen Provinz Màlaga liegt 723 Meter ü.d.M. Eine bezaubernde, von den Mauren geprägte, Altstadt liegt auf einem Felsplateau. Die Altstadt ist vom jüngeren Stadtteil durch eine circa 100 Meter tiefe, vom Rio Guadalevin gebildete, Schlucht El Tajo getrennt über die drei Brücken führen. Außerdem ist die Stadt bekannt für den Stierkampf. Da wir bereits mittags in der Stadt ankommen nutzen wir die Zeit für einen ausgiebigen Stadtbummel. Unser Womo parken wir auf einem Parkplatz am Stadtrand wo wir auch ohne Probleme übernachten können. Am Abend genießen wir den lauen Spätsommerabend  in einem Restaurant ganz gemütlich auf einem der idyllischen Plätze. 

Erholung auf dem Campingplatz

Nun geht es weiter auf der A 405 nach Gibralta und dann an der Küste entlang bis in die Nähe von Conil de la Frontera und hier finden wir einen netten Campingplatz Camping Cala del Aceite. Der Campingplatz befindet sich direkt in der Nähe einer kleinen Bucht und wird von einem Deutschen betrieben. Da wir grundsätzlich eher bescheiden in den Anforderungen an den Campingplatz sind, gefällt uns der Platz aufgrund seiner Weitläufigkeit. Die einzelnen Parzellen sind durch Bäume und Gebüsche unterteilt, außerdem ist ein kleiner Pool vorhanden. Wir machen jetzt erstmal 5 Tage Pause und rüsten uns für die weitere Reise, Waschtag inclusive.

In der Nähe gibt es den Ort Veier de la Fontera. Ein malerisches Städtchen mit wunderschönen kleine Gassen und netten Restaurants. Hier verbringen wir einige Abende und genießen die spanische Gastfreundschaft.

Hier geht es weiter in Teil 4

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