Frau alleine mit dem Wohnmobil in Italien – Teil 1

Meine Reise alleine durch Italien

Alleine als Frau das erste Mal mit dem Wohnmobil in Italien unterwegs- das war bisher mein größtes Abenteuer! Angefangen hat es mit dem Wunsch, das Reisen mit dem Womo alleine auszuprobieren. Zuerst war da eine vage Idee, die jedoch über die letzten zwei Jahre immer fixer wurde. Alle in meiner Umgebung, außer meinem Mann, haben mich für verrückt erklärt. Mein Mann kennt mich nach 30 Jahren gut genug, um zu wissen, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, kann mich nichts mehr davon abbringen und ich gebe nicht eher Ruhe bevor ich die Idee ausprobiert habe.

Guter Rat ist nicht teuer!

Zuerst habe ich recherchiert, welche Facebookgruppen es gibt, in denen man mal um Rat fragen kann. Viele positive Kommentare von Frauen, die mit dem Wohnmobil alleine unterwegs sind, bestärkten mich und machten mir Mut diese Reise alleine zu wagen.

Dann kam der Tag im Januar, als mein Mann keinen Urlaub bekam und ich drei Wochen Zeit hatte. Bis zum letzten Tag hat mein Umfeld versucht, mir meine Idee, alleine mit dem Wohnmobil wegzufahren, auszureden- Mach doch einen schönen Wellness Urlaub im Hotel oder so!

Die Reise mit dem Wohnmobil beginnt

Elke im Van auf der Fahrt nach Italien
Jetzt geht es los!

Der Tag der Abreise nahte. Vorab bekam ich von meinem Mann eine detaillierte Einweisung, zum Beispiel wie die Gasflasche gewechselt wird, da es im Januar noch ziemlich kalt war und ich dringend eine Heizung brauchte. Das Reiseziel stand fest- Italien- und die Sachen waren gepackt. Eigentlich wollte ich erst am Freitag Morgen los fahren, jedoch habe ich schon am Mittwoch Nachts nicht schlafen können vor lauter Aufregung und so beschloss ich bereits am Donnerstag morgens los zu fahren.

Erster Stopp in Lodi

Vorab hatte ich mir einige Hörspiele besorgt und so ging die Reise gut voran und die Zeit verging im Flug. Mein erster Stopp war in Lodi. Diese Stadt kannte ich schon durch vorherige Reisen mit meinem Mann, daher war ich sicher, dort einen Platz für die Übernachtung zu finden. Und tatsächlich, schnell war ein Parkplatz gefunden und am Abend habe ich einen Spaziergang in die Altstadt auf die Piazza Vittoria gemacht. Wie meist in Italien, bekommt man zum Aperitif so viel zum Knabbern, dass man sich das Abendessen sparen kann und natürlich musste ich meinen Reisebeginn mit einem Prosecco begießen!

Orvieto ein Kleinod in der Toskana

Ausblick von Orvieto auf die Toskana
Blick über die Landschaft bei Orvieto
Stellplatz in Orvieto- Toskana Italien
Stellplatz in Orvieto

Über die Autobahn ging es am nächsten Tag zügig weiter bis nach Orvieto, dort gibt es einen Stellplatz, der ganzjährig geöffnet ist.

Die Stadt ist auf einen Berg auf Tuffstein gebaut und gut zu erreichen über eine Zahnradbahn, deren Station direkt neben dem Stellplatz liegt. Ich besichtige den Dom und schlendere durch die Gassen, in denen es viel zu entdecken gibt. Mittags geht es weiter durch die Region Viterbo Richtung Toskana.

Bracciano, herrliche Aussichten!

Aussicht auf den Bracciano See in Italien
Bolsena See

Der Bolsena See, dieser See entstand vor 300 000 Jahren und liegt in einer Vulkanlandschaft. Die Fahrt um den See ist wunderschön, da man immer wieder schöne Aussichtspunkte hat. Weiter geht es nach Sutri. In Sutri ist eine Ausgrabungsstätte von Etruskergräbern und einem Amphitheater, die ich mir unbedingt ansehen will.

Für die Übernachtung steuere ich dann Bracciano an, diese Stadt liegt auch an einem See etwas am Berg. Direkt am See gibt es mehrere Campingplätze, die aber in dieser Jahreszeit geschlossen sind. Daher suche ich mir wieder einen Parkplatz im Ort und habe Glück. Der Parkplatz ist mitten in Bracciano, videoüberwacht und ich fühle mich sicher.

Terracina eine Hafenstadt mit Charme

Am nächsten Morgen fahre ich weiter in den Süden. Auf der Autobahn umrunde ich Rom mein Ziel ist Terracina, dort gibt es einen Stellplatz am Hafen. Gegen Mittag komme ich in Terracina an und kämpfe erst einmal mit dem Parkautomaten am Stell/Parkplatz. Ohne Erfolg und so parke ich ganz mutig ohne Ticket. Mit meinem Klappfahrrad fahre ich an der Strandpromenade entlang und genieße den Sonnenuntergang.

Eigentlich hatte ich gehofft am Hafen eine Ent- und Versorgungsstation zu finden. Doch gibt es keine, obwohl es im Womoführer so stand. Ich muss mir jetzt wirklich Gedanken machen, wo ich die Toilette leeren und das Grauwasser ablassen kann. So langsam fange ich an nervös zu werden.

Die Ver- und Entsorgungssituation in Italien

Ursprünglich dachte ich, es wird wie immer leicht sein entsprechende Stationen zu finden und entspannt zu reisen. Nun muss ich aber feststellen, dass in Italien im Januar/Februar die Campingplätze und Ent- und Versorgungsstationen meist geschlossen sind oder abgesperrt. Auf der Fahrt am nächsten Tag geht es weiter die Küste entlang bis nach Gaeta.Ich fahre immer wieder die entsprechend ausgewiesenen Stationen an. Doch immer wenn ich hoffnungsvoll irgendwo ankomme, stehe ich vor verschlossenen oder abgesperrten Stationen. Die Frustration steigt und gegen Nachmittag werde ich richtig unruhig. Hinzu kommt, dass es schon ab circa 17 Uhr dunkel wird und ich dann auch einen Übernachtungsplatz haben möchte an dem ich mich sicher fühle!

Ausblick auf das Meer an der Küste von Gaeta auf meiner Fahrt mit dem Wohnmobil durch Italien
Blick auf die Küste bei Gaeta

Cassino ist meine letzte Chance

Campingplatz in Cassino, Italien
Campingplatz Cassino

So bin ich gezwungen mich intensiv um eine entsprechende Möglichkeit zu kümmern und recherchiere weiter im Internet. Im Landesinneren in Cassino finde ich dann glücklicherweise einen offenen Campingplatz.
Dort geht dann die Fahrt hin, obwohl ich diesen Abstecher nicht geplant hatte und treffe dort in der Abenddämmerung ein. Nachdem das Wohnmobil wieder entleert und aufgefüllt ist, bin ich etwas entspannter und fest entschlossen am nächsten Tag Pompei zu besichtigen und dann nach Salerno zu fahren, wo es einen Camper di Soasta geben soll. Frohgemut geht die Reise am nächsten Morgen weiter nach Pompei

Pompei, auf den Spuren der Römer

In Pompei angekommen verlasse ich etwas zu früh die Stadtautobahn und quäle mich durch die engen Straßen. Hier lerne ich die unberechnebare Fahrweise der Italiener zur Genüge kennen und bin froh, dass mein Womo durch seine Größe mir Sicherheit gibt. So kommt es öfter vor, dass ich einfach Gas gebe, um weiter zu kommen, sonst würde ich wahrscheinlich heute noch in Pompei feststecken 🙂 Ich finde in Pompei recht schnell einen kostenpflichtigen Parkplatz und dann geht es in das Museum.

Ich habe wirklich Glück, da um diese Jahreszeit ganz wenige Besucher da sind und ich die Stimmung in den Ruinen der Stadt voll und ganz aufnehmen kann. Ich bekomme eine Gänsehaut, während ich die Straßen und Häuser betrachte und mir über das Schicksal der Bewohner Gedanken mache. Natürlich besichtige ich auch das Amphitheater, in dem die Band Pink Floyd ihr legendäres Album aufgenommen haben. Gegen 14 Uhr füllt sich das Museum mit Asiaten, die anscheinend mit Bussen anreisen und so beschließe ich mich wieder auf den Weg nach Salerno zu machen.

Keine Chance in Salerno

In Salerno angekommen suche ich den beschriebenen Soasta di Camper. Nach einigem Hin und Her in dieser quirligen Stadt finde ich den Platz und beschließe sofort diesen nicht zu nutzen. Auch hier ist wieder die V+E abgeschlossen, die Videoüberwachung sieht nicht sehr vertrauenerweckend aus und der Platz ist sehr abgeschieden und gähnend leer. Jetzt bin ich richtig frustriert, am nächsten Tag habe ich Geburtstag und ich wollte unbedingt an diesem Tag mit dem Bus die Amalfiküste von Salerno aus erkunden. Nun fahre ich noch weiter die Küste entlang in der Hoffnung einen geeigneten Platz zu finden.

Letzte Rettung Agropoli!

Die Küstenstraße führt mich durch verlassene Feriendörfer in denen der Müll auf den Straßen liegt, an der Straße stehen Damen die offensichtlich auf Kundschaft warten und es treiben sich wirklich seltsame Gestalten herum. Mir wird auf der Fahrt immer mehr bewusst, dass ich hier nirgendwo übernachten kann und auch keinen offenen Campingplatz finden werde. Am späten Nachmittag erreiche ich dann Agropoli. Ich besichtige noch das Castello und suche mir dann schnell einen Übernachtungsplatz, den ich in einem Wohngebiet entdecke.

Soll ich die Reise abbrechen?

Den Abend verbringe ich damit mir Gedanken über den weiteren Verlauf meiner Reise zu machen. Mein Frust ist ziemlich groß und ich bin gestresst. Ein Telefonat mit meinem Mann und meiner Mutter, in dem ich mein Leid klage, führt dazu, dass ich meine Reiseplanung überdenke. Aufgeben und heimfahren ist keine Option für mich! Bisher habe ich immer schon morgens den Tag geplant und dann feststellen müssen, dass nichts von dem so klappt wie ich es mir vorgestellt habe, da die Bedingungen im Januar bzw. Februar in Italien nicht optimal sind. Ich beschließe ab sofort keine großen Pläne mehr zu machen und in den Tag hinein zu leben. Ich ändere meinen Plan weiter in den Süden zu fahren und werde umdrehen. Nachdem ich diese Entscheidung getroffen habe fühle ich mich besser. Ich hatte bisher keine Minute Angst alleine irgendwo zu übernachten, nur die ständige Suche nach der Möglichkeit der Ver- und Entsorgung machte mich unzufrieden. Nun werde ich zurück Richtung Pompei fahren, da dort einige Campingplätze ganzjährig geöffnet sind und ich werde erst einmal ein paar Tage dort bleiben. Weiter geht es im zweiten Teil!

Übernachten

  • Lodi, kostenfreier Parkplatz in Zentrumsnähe
  • Orvieto Stellplatz kostenpflichtig, mit Dusche und V+E
  • Bracciano, Parkplatz an der Agrar Universität, videoüberwacht, 1-2 Euro die Nacht
  • Terracina Parkplatz am Hafen, mit Gebühr
  • Cassino, Campingplatz mit Ver- und Entsorgung, gegen Gebühr
  • Agropoli, Parkplatz kostenfrei im Wohngebiet

Besichtigen

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