Ligurien – auch im Winter ein Reise wert!

Im Winter ist Ligurien für eine Wohnmobil Reise super geeignet, wir hatten traumhaft schönes Wetter und konnten auf unserer Fahrt immer wieder in der Sonne sitzen und die Seele baumeln lassen, lass Dich inspirieren durch unseren Reisebericht.

Franz und Elke in Ligurien am Meer auf der Reise durch Italien mit dem Wohnmobil
Franz und Elke in Ligurien am Meer

Weihnachten in Italien feiern

Als Eltern von drei Kindern war das jahrelang undenkbar! Da wurde der Baum geschmückt, viel Essen und Geschenke eingekauft und die Wohnung auf Vordermann gebracht. Ein großes Familienfest mit allen Kindern stand an den Weihnachtsfeiertagen bei uns auf dem Programm.

Vor einigen Jahren haben wir es dann das erstmal gewagt, wir sind über die Feiertage mit unserem Wohnmobil abgehauen! Wir haben lange überlegt, bevor wir unseren Entschluss umsetzten und hatten schon ziemliche Angst vor der Reaktion unserer Kinder. Aber der erste Schock unserer Kinder über unsere Entscheidung war schnell überwunden und inzwischen ist es normal, dass wir nicht da sind. Unsere Kinder sind Erwachsen und wenn sie wollen, dass wir zuhause bleiben, laden sie uns zu sich ein!

Unser Weihnachtsmann im Wohnmobil

So haben wir wieder eine Zeitinsel im Jahr geschaffen, auf der wir uns frei bewegen können und für mich und Franz ist die Weihnachtszeit und alles drum herum wesentlich entschleunigter geworden. Und wir haben immer unseren Weihnachtsmann „Herbert“ dabei!

Herbert, unser Weihnachtsmann schaut aus dem Fenster im Wohnmobil
Unser Weihnachtsmann „Herbert“ genießt die Fahrt

Wohin im Winter mit dem Wohnmobil?

Unser Womo ist winterfest und so können wir auch bei Minus -Graden ohne Probleme wegfahren. Drinnen ist es kuschelig warm. Wir beide sind gerne in der Sonne, aber auch, wenn es so richtig wettert, fühlen wir uns wohl und wir lieben sowohl das Meer als auch die Berge. Daher gibt es immer kleine Diskussionen, wohin die nächste Reise gehen soll. Diesmal haben wir am Tag der Abreise mal wieder die Fahrtrichtung geändert, da der Wetterbericht für die Normandie, die wir ursprünglich ansteuern wollten, zu schlecht aussah. So wollten wir dann eigentlich an die Cote Azur und sind über die Toskana schließlich in Ligurien gelandet.

Improvisation ist gefragt

Das Problem bei so schnellen Fahrplanänderungen, wie in diesem Fall erst unterwegs im Auto, man hat natürlich tolle Bücher und Reiseführer für das jeweilige Reiseziel, aber die sind dann leider immer noch zuhause im Schrank 🙂 Da heißt es improvisieren, aber wie ihr bestimmt schon gemerkt habt – im Improvisieren sind wir geübt oder man lernt es relativ schnell wenn man mit einem Wohnmobil unterwegs ist.

Aussicht auf das Meer und die Küste Liguriens
Blick auf die Küste Liguriens

Über die Autobahn, durch die Schweiz geht die Fahrt flott Richtung Italien. Wir wollen einen ersten Stopp in Aosta machen, dort waren wir schon früher einmal und sind begeistert von dieser Stadt mit Ihren römischen Hinterlassenschaften.

Über die Schweiz nach Aosta

Schock am San Bernadino Tunnel

Gegen Abend, es war schon dunkel kommen wir an den San Bernadino Pass. Woran wir nicht gedacht haben ist, dass der Pass selber geschlossen ist und wir durch den Tunnel müssen. An der Schranke sehen wir die Preise für die Durchfahrt und sind wirklich geschockt- über 40 Euro kostet die Fahrt durch den Tunnel. Auch die Hoffnung, dass es sich um den Preis für Busse handelt, wird nicht wahr und so zahlen wir den Betrag. Es herrschte die ersten Minuten eisernes Schweigen im Wohnmobil… Das Schlimmste ist, der Tunnel ist so kurz, dass man diesen Betrag gefühlt nicht abfahren kann!

Auf den Spuren der Römer in Aosta

Aosta liegt etwa 583 Meter über dem Meeresspiegel und hat knapp 35 000 Einwohner. Die Römer haben hier viele Spuren hinterlassen und es gibt viel zu besichtigen. Hier verbringen wir dann auch zwei Tage, da wir das Aostatal und die Stadt wieder einmal genießen wollen. Uns gefällt die Lebensart der Menschen dort, sie sind sehr offen und freundlich und man hat innerhalb kürzester Zeit das Gefühl dazu zu gehören. Hier verbringen wir auch den Weihnachtsabend, stimmungsvoll mit einer traumhaften Bergkulisse.

Weiter mit dem Van in die Toscana

Jetzt geht es ans Meer nach Sestri Levante

Dann geht es ans Meer, über Genua fahren wir bis Sestri Levante. Der Ort ist nett, allerdings ziemlich touristisch und daher haben Wohnmobile wenig Chancen ein Plätzchen außerhalb der Campingplätze zu finden. Wir waren generell überrascht, dass doch einige Campingplätze in dieser Region auch ganzjährig geöffnet haben. Wir wollen jedoch frei übernachten und haben in einem anderen Ortsteil von Sestri Levante auf einem Parkplatz übernachtet und einen netten Abend am Meer erlebt. Am zweiten Weihnachtsfeiertag findet in diesem Ortsteil am Morgen ein Weihnachts- Schwimmen statt, das war ein Spaß zuzusehen bei 13 Grad Lufttemperatur!

In Massa finden wir eine nette Bleibe

Nachdem wir immer noch ziemlich planlos sind, wo wir eigentlich genau hin wollen, geht es die Küste weiter Richtung Süden bis nach Massa in der Toskana.

Küste bei Massa in der Toskana- Italien
Küste bei Massa

Dort finden wir nach einigem Suchen einen netten Camper di Sosta
Time Break ets Camper Camping, der fast wie ein Campingplatz aussieht und wirklich nette Betreiber hat. Hier verweilen wir dann drei Nächte, um uns zu sammeln und die weitere Route auszuhandeln.

Sehenswertes rund um Massa

Luna, früher eine römische Hafenstadt

Die Zeit unseres Aufenthaltes haben wir genutzt, um in der näheren Umgebung Luna zu besichtigen, eine römische Ausgrabungsstätte, die früher eine florierende Hafenstadt war, jedoch aufgrund der Versandung des Flusses, an dem die Stadt lag, über die Jahrtausende an Bedeutung verlor und in Vergessenheit geriet.

Spannende Fahrt durch Tunnel

Was uns auch sehr gefallen hat ist die Cave di Marmo Tours eine Fahrt durch die enge Straßen und einer Menge Tunnel, die von den LKW der Marmorwerke genutzt werden. Die Tunnel sind gerade so hoch und breit, dass LKWs durchfahren können und zum Glück sind es Einbahnstraßen. Auch wir mit unserm Womo, mit 3,70 Metern Höhe, konnten die Strecke fahren- das war echt ein Abenteuer!

Elke und Franz im Wohnmobil
Franz und Elke

Dann endlich ist die Entscheidung gefallen! Wir werden wieder zurück in Richtung Genua fahren und die Riviera di Levante und die Riviera di Ponente auf der Küstenstraße SS1 erforschen. Es kommen erlebnisreiche Tage auf uns zu!

Cinque Terre und mehr

Durch die Berge nach Levanto

Blick auf die Küste bei Levanto in Italien

Von La Spezia geht es erst einmal über kleine Straßen durch die Berge des Nationalparks Cinque Terre zurück nach Levanto. Ein idyllischer kleiner Ort mit der gotischen Kirche Sant‘ Andrea aus dem 13. und 15. Jahrhundert und dem Castello San Giorgio

Gemütlicher Abend in Sestri Levante

Für die Übernachtung fahren wir dann nochmal nach Sestri Levante, so bleibt uns die Suche erspart, da wir ja schon einen guten Übernachtungsplatz bei der Hinfahrt ausgespäht haben. Leider ist unser Platz besetzt, aber direkt daneben in einer Seitenstraße haben wir dann doch Glück! Am Abend entdecken wir dann eine nette kleine Bar „Bar Bunker“ am Strand, in der wir den Sonnenuntergang und einen Aperitif genießen. Wieder einmal gibt es soviel zu Essen dazu, dass wir unser Abendessen gespart haben.

An der Küste entlang nach Genua

Leckereien einkaufen in Recco

Am nächsten Morgen durchfahren wir die Küstenorte Chiavari und Rapallo großzügig, da wir uns vorgenommen haben an diesem Tag Genua zu besichtigen. Sicherlich sind die beiden Orte sehenswert, doch man muss Prioritäten setzen, auch beim Reisen! Also machen wir nur eine gemütliche Mittagspause in Recco, die Stadt ist nicht besonders erwähnt in den Reiseführern, daher bekommt man gut einen Parkplatz und kann in aller Ruhe durch die Gassen bummeln. Wir entdecken einen netten Supermarkt, in dem wir unsere Vorräte auffüllen können. Allerdings gab es so viele Leckereien dort, dass wir mal wieder doppelt soviel eingekauft haben, wie wir eigentlich wollten.

Übernachtung mit traumhafter Aussicht

Für die Übernachtung haben wir in Nervi, einem Vorort von Genua, mal wieder einen tollen Platz gefunden, an der Kirche “ Chiesa di Sant’Ilario„. Etwas unterhalb der Kirche ist ein Aussichtspunkt mit Bänken, an dem wir den Abend ausklingen lassen konnten.

Bummel durch die Altstadt von Genua

Die Altstadt von Genua ist wirklich sehenswert. Wir haben die Altstadt mit dem Fahrrad erforscht und mussten sehr viel schieben, da die Stadt auf einem Berg gebaut wurde!

Hilfe, wir wollen wieder weg!

Um aus Genua raus zu kommen, muss man ein Stück auf der Autobahn fahren, da die SS1 über Brücken durch die Stadt verläuft und nur bis 3,2 Tonnen zugelassen ist. Wir haben uns dann auch gleich zweimal verfahren, so dass die Dame an dem Mautschalter auf der Autobahn uns ganz verdutzt anschaute, als wir das zweite mal dort landeten. Wahrscheinlich dachte sie, es macht uns Spaß die Autobahn zu nutzen, wenn die Strecke nichts kostet 🙂 Nach diesem etwas chaotischen Streckenabschnitt, haben wir dann aus lauter Verzweiflung die Autobahn bis Arenzano genutzt. Dann ging es weiter über die SS1 entlang der Küste bis nach Noli. Heute ist der 31.12. und wir suchen einen Platz mit Aussicht!

Pittoreske Orte an der ligurischen Küste

Aufregende Fahrt nach Noli

Nachdem ich Franz und Gerard mal wieder in fast aussichtslose Situationen gebracht habe, was in dieser Region wirklich nicht schwer ist. Die Brücken sind oft zu niedrig für unser Womo, die Gassen zu schmal zum wenden, die Steigungen mancher Straßen grenzwertig und so die Herausforderungen für Fahrer und Fahrzeug ziemlich groß! Sind wir nach einigem Hin und Her erfolgreich und werden für die Mühen belohnt!

Pittoreskes Städtchen Noli

Am 1. Januar, schlafen wir erstmal aus und besuchen dann Noli, eine pittoreske mittelalterliche Kleinstadt ( ca. 2700 Einwohner) mit drei
Stadttoren bzw. Türmen und schönen Gewölbegängen. Hier genießen wir die Sonne und gönnen uns gemütlich einen Cappuccino.

Wegweiser für Touristen in Noli

In dieser Region sind die Städte nach Farbpunkten auf den Wegen zu besichtigen. Da hat sich ein kluger Kopf ein einfaches System ausgedacht. Es gibt rote, blaue und gelbe Farbpunkte, die die Besucher durch die Städte führen. Ein gutes Leitsystem, solange die Plastikaufkleber nicht mit der Zeit kaputt gehen!

Finalborgo auf jeden Fall einen Besuch wert

Dann geht es nach Finale Ligurie und zwar in die mittelalterliche Stadt Finalborgo. Der Ort liegt etwa 2 km landeinwärts, umgeben von einer alten hohen Stadtmauer mit vier Stadttoren. Wir besichtigen auch noch die Burg, die etwas außerhalb auf einem Hügel liegt.

Suche nach einem Übernachtungsplatz

Übernachtungsplatz Marina di Andora

Nach zwei Stadtbesichtigungen und dem Aufstieg zur Burg sind wir geschafft und die Suche nach einem Übernachtungsplatz geht wieder los. Einen Stop für die Ver- und Entsorgung legen wir in der Camper Parking Area in Loano ein, wo wir für 5 Euro alles auffüllen können. Dann geht es an Albenga vorbei durch Alassio bis nach Marina di Andora, dort finden wir wieder mal am Fluss einen ruhigen Parkplatz. Außer einem riesigen Jachthafen gibt es hier allerdings wenig zu sehen.

Albenga, die Stadt der Geschlechtertürme

Blick auf Albenga mit den Geschlechtertürmen in Italien
Blick auf Albenga

Nach einer ruhigen Nacht geht es zurück nach Albenga. Eine mittelalterliche Stadt mit knapp 25 000 Einwohnern, deren Stadtbild durch 10 Geschlechtertürme geprägt ist, der höchste von 1300 ist über 60 Meter hoch. Hier wollen wir mal wieder etwas ausruhen und den Tag und die Nacht genießen. Wir finden einen tollen Parkplatz direkt am Fluss. Den Vormittag nutzen wir um die Stadt zu besichtigen und dann eine Wanderung auf der Via Julia Augusta zu machen.

Fahrt durch die Berge Liguriens

Spannende Fahrt durch die Berge

Die Umgebung beziehungsweise das Hinterland von Albenga ist sehenswert. Also fahren wir das Tal des Flusses Neva entlang in die Berge hinein. Wir besichtigen Zuccarello und fahren noch ein Stück weiter nach Castelvecchio di Rocca Barbena und verbringen ein paar sonnige Stunden.

Gemütlicher Abend in Albenga

Den Abend lassen wir dann gemütlich wieder in Albenga ausklingen und am nächsten Morgen geht es noch an den Strand, wo der Wind Franz fast umbläst.

Der Urlaub in Italien geht zuende

Der Urlaub geht zu Ende in Riva Ligure

Unser letzter Tag unserer Reise an der Küste führt uns bis nach Riva Ligure. Es gibt noch so viel zu sehen, doch leider haben wir keine Zeit mehr, um alles in Ruhe anzusehen. Daher genießen wir die letzte Nacht und den Tag am Meer und bereiten uns seelisch auf die Kälte in Deutschland vor. In einer netten kleinen Strandbar sitzen wir noch einige Zeit in der Sonne und hören dem Meeresrauschen zu, eine Melodie, die wir so schnell nicht mehr hören werden. Da heißt es auftanken!

Erster Zwischenstopp in Vercelli

Die Rückfahrt führt uns über Vercelli, hier machen wir einen Abendspaziergang und entdecken ein wirklich nettes und leckeres Restaurant “ Ristorantino del Cin Cin“ in dem wir ein unerwartetes kulinarisches Highlight genießen. Vercelli selbst ist nicht unbedingt sehenswert, es ist Europas größter Umschlagplatz für Reis und war im Mittelalter einmal ein Bischofssitz. Sehenswert ist die Basilica di Sant’Andrea (um 1224). Da wir erst Abends ankamen, haben wir nur eine Spaziergang durch die Altstadt gemacht und die Piazza Cavour besichtigt. ich habe den Namen der Stadt nur schön gefunden- für mich klingt er nach Schokolade- bitte nicht fragen warum 🙂

Schneetreiben in der Schweiz

Fahrt mit dem Wohnmobil durch die Schweiz im Schneetreiben
Fahrt durch die Schweiz im Schneetreiben

Lecker Essen- zurück in Baden

Regelmäßig steuern wir auf der Rückreise bei Freiburg den Ort Staufen an. Hier findet man einen kostenfreien Parkplatz für die Übernachtung und ein paar nette Restaurants mit badischer Küche, um sich wieder an die Heimat zu gewöhnen. Nach Pizza, Foccia, Nudeln und den anderen Spezialitäten der italienischen Küche sehnen wir uns nach einem herzhaften Braten!

Reiseinformationen im Überblick:

Übernachten:

Besichtigen:

Wandern:

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