Mit dem Wohnmobil in die winterliche Provence

Wohnmobilreise Provence | Über die Weihnachtstage in die Provence. Wir sind mit dem Wohnmobil mal wieder auf der Flucht vor dem Schmuddelwetter in Deutschland und wollen die Feiertage etwas weiter südlicher verbringen. Und so starten wir Mitte Dezember mit unserem Gerard Richtung Autobahn.

Die richtige Reisevorbereitung wäre wichtig..

Wie bereits schon öfters erwähnt, sind wir nicht so toll organisiert bei unseren Abreisen. Ich habe schon viele Pack- Listen gelesen, die man so nutzen kann, um nichts für die Reise zu vergessen, aber irgendwie klappt es bei uns nie so richtig.

Abreise- der ganz normale Wahnsinn

Bei uns läuft es meistens so ab: Wir sitzen im Auto, etwas genervt und verschwitzt, weil wir im fünften Stock wohnen und wir schon mehrmals rauf und runter gelaufen sind, um alle Taschen ins Wohnmobil zu schaffen. Dann startet Franz den Motor, wir fahren los!

Manchmal haben wir Glück und uns fällt schon an der ersten Ampel ein, dass wir etwas Wichtiges vergessen haben, manchmal aber eben auch erst später. Dann wird umgekehrt und wir müssen nochmal die Treppen hochsteigen. Wenn das, was wir vergessen haben, unseren Urlaub nicht negativ beeinflusst, haben wir auch schon oft entschieden ohne zu verreisen und eventuell einen Ersatz zu besorgen. Das geht aber zum Beispiel bei Medikamenten nicht, die wir leider in unserem Alter schon regelmäßig einnehmen müssen.

Staufen im Breisgau an Weihnachten

Die erste Nach fast vor der Haustüre

Daher passiert es auch dieses Mal, dass wir erst am Nachmittag losfahren können. Nachdem auch noch Dezember ist und es sehr früh dunkel wird, entscheiden wir uns, den ersten Stopp schon in Staufen im Breisgau einzulegen. Hier gibt es einen großen Parkplatz auf dem wir schon oft auf der Rückreise übernachtet haben. Ein leckeres Restaurant findet man dort auch und in der Vorweihnachtszeit ist der Ort sehr schön dekoriert und es gibt einen kleinen Weihnachtsmarkt.

Weiterfahrt im Schneegestöber

winterliches Schneegestöber auf der Straße

Unser Navigationsgerät will uns mal wieder Abenteuer erleben lassen und führt uns über entlegene Bergsträßchen durch die Berge. Erst als Franz und Gerard dann total gestresst von den aufregenden schneebedeckten Straßen um Gnade bitten, wird wieder die Fahrt auf der Autobahn in der Navigation zugelassen und wir erreichen gegen Abend den kleinen Ort Grignan in der Auvergne.

Weihnachtliches Gringnan

Der Ort hat etwas mehr als 1500 Einwohner und ist wegen seinem Renaissance- Schloss berühmt. Wir übernachten auf dem Campingplatz, der sehr schön und ruhig unterhalb des Schlosses liegt. Im Ort selbst findet gerade ein Weihnachtsmarkt statt und es ist ein tolles Programm in den kleinen mittelalterlichen Gassen geboten.

Trüffelmarkt in Saint-Paul-Trois-Chateaux

Nach der Beschreibung unseres Womo Führers vom Autor Ralf Greus „Mit dem Wohnmobil in die Provence Teil 1: Der Westen“ geht die Fahrt weiter. Die Tour 1 führt uns durch die weite Landschaft der Provence über Viviers, Grignan bis nach Saint-Paul-Trois-Chateaux. Hier halten wir in der Mittagszeit an und treffen durch Zufall auf einen der vielen Trüffelmärkte, die in dieser Region im Winter statt finden. Neben den Trüffeln, die in allen Varianten zubereitet und verkauft werden, kann man auch ein Gläschen Wein aus der Region versuchen oder frische Kräuter kaufen.Ich sage nur: „Reisen mit allen Sinnen genießen!“

In Nyons machen wir wieder Halt und besichtigen die alte römische Brücke und die engen Gassen der Altstadt.

Abendstimmung in Le Barroux

Le Barroux mit seinen 680 Einwohnern bietet einen ruhigen kleinen Parkplatz mit Blick über die Provence. Hier gibt es auch ein Schloss mit Rundtürmen zu dem wir einen schönen Abendspaziergang machen.

Abendstimmung in Le Barroux

Saint-Marie-de-la Mer in der Carmargue

Am nächsten Morgen beschließen wir ans Meer zu fahren, wir brauchen ganz dringend den Blick in die Weite und die beruhigenden Geräusche des Meeres und so führt uns das nächste Stück unserer Reise ziemlich direkt über Landstraßen bis nach Saint-Marie-de-la Mer. Hier sind wir etwas überrascht, dass so wenige Menschen um diese Jahrszeit hier sind. Die meisten Geschäfte und Restautrants sind geschlossen sowie auch die Campingplätze. Frei stehen in dieser Gegend ist so gut wie unmöglich, ein Schilder- Meer verbietet es jedem auch nur ansatzweise gegen die Regeln zu verstoßen. Es gibt ein paar Stellplätze für Wohnmobile, allerdings ohne Strom. So fahren wir brav auf den Campingplatz um Strom zu haben und Heizung laufen lassen zu können.

Hier bleiben wir erst einmal ein paar Tage und erkunden den Ort. Zu besichtigen gibt es eine berühmte Wallfahrtskirche zur der jährlich die Sinti und Roma pilgern, um die schwarze Madonna zu verehren.

Schwarze Madonna in Saint-Marie-de-la-Mer

Außerdem liegt der Ort mitten im Naturschutzgebiet der Camargue in dem man schöne Wanderungen und Fahrradtouren unternehmen kann.

Wir entdecken malerische Orte

Was man in der Provence natürlich nicht verpassen darf, sind die Dörfer Les Baux-de- Provence , und Saint-Remy! Da wir schon öfters hier in der Region waren, ist unser Besuch an einem Tag kein Problem. Sollte man jedoch das erste mal in diese Gegend fahren, unbedingt mehr Zeit einplanen. Es gibt einiges zu besichtigen wie zum Beispiel die Orte selbst und das Carrières de Lumières in einem Steinbruch, der Schauplatz von weltweit einzigartigen Multimediashows.

Wir schlendern also durch Le Baux-de-Provence, besichtigen noch das Aquädukt von Barbegal und fahren dann gegen Abend nach Maussanne-les-Alpilles.

Aquädukt von Barbegal

Hier haben wir dann mal wieder das klassische Freicamper Erlebnis! Am Abend angekommen, parken wir auf dem zentralen Parkplatz Henri Giraud im Ort und legen uns ziemlich geschafft von den Eindrücken des Tages ins Bett.

Am nächsten Morgen werden wir dann unsanft geweckt. Türenschlagen, laute Rufe und Unterhaltungen von allen Seiten. Verschlafen schaue ich aus dem Fenster an unserem Hochbett und muss feststellen- draußen steppt der Bär!! Oh Mann, wie ich es liebe meinen ersten Kaffee des Tages inmitten einer hellwachen Horde von Menschen einzunehmen, daher flüchten wir aus dem Wohnmobil und machen einen Spaziergang durch den Ort.

Bummel durch Saint Remy

Saint Remy

Den Tag verbringen wir dann damit uns Saint-Remy in Ruhe anzusehen und fahren dann weiter nach Saint-Chamas. Dort gibt es die sehenswerte römische Brücke Pont Flavien.

Außerdem ist Saint-Chamas sehenswert und hat einen schönen Stellplatz direkt an der Bucht zum Meer. Also wird hier übernachtet und der nächste Morgen dazu genutzt den Ort zu besichtigen. Wir haben Glück und es ist Markt, so können wir auch gleich unsere Vorräte mit frischen Produkten aus der Region auffüllen. Ein kleiner Spaziergang führt dann über das Aquädukt wieder zurück in den Ort.

Am Nachmittag geht es dann weiter über kleine Landstraßen durch das Hinterland der Provence bis nach Saint-Gilles.

Römische Überreste in Saint-Gilles

Auch hier gibt es wieder Ausgrabungen der Römerzeit. Leider haben wir Pech und das Museum hat geschlossen. So können wir nur über den Zaun eine paar Blicke auf die Ausgrabungsstätten werfen. Aber der Übernachtungsplatz am Kanal ist mal wieder perfekt.

Aigues-Mortes und Le Grau-du-Roi darf man nicht verpassen

Den Weihnachtsabend wollen wir in Le Grau-du-Roi verbringen, also wieder zurück ans Meer. Zuerst steht natürlich Aigues-Mortes auf dem Besichtigungsprogramm. Im Winter ist der Ort angenehm zu besichtigen und die Touristenströme halten sich in Grenzen. Umgeben von der imposanten Stadtmauer mit den mächtigen Toren ist die Besichtigung nur zu Fuß möglich. Massenhaft Parkplätze gibt es außerhalb der Stadt.

Dann geht es nach Le Grau-du-Roi der Ort liegt an einem Kanal, der direkt ins Meer führt. Auf beiden Seiten des Kanals reihen sich Läden und Restaurants aneinander und die Atmosphäre ist schon ziemlich touristisch. Selbst um die Winterzeit ist hier doch noch mehr los und auch auf dem Stellplatz finden sich einige Urlauber.

Abschied vom Meer

Aber die Strände sind menschenleer und wir machen am nächsten Morgen einen ausgedehnten Strandspaziergang und nehmen Abschied vom Meer.

Nächster Stopp -Pont du Gard

Leider müssen wir nun auch langsam an die Rückfahrt denken. Wir wollen aber wie immer, nicht in einem Rutsch heimfahren, sonder eigentlich soll der Urlaub erst vor der Haustüre enden! Daher starten wir unsere Rückreise Richtung Heimat langsam und gemütlich über Landstraßen auf denen wir natürlich immer viel Ungeplantes erleben. Oft sieht man ein Schild, dass neugierig macht und die Fahrt wird dann spontan unterbrochen und eine Besichtigung gemacht. So auch in diesem Fall, es steht der Besuch der Pont du Gard an. Dieser römische Aquädukt ist einfach phänomenal.

Wir waren das letzte mal vor 28 Jahren dort und sind überrascht wie professionell der Zugang und die Wege inzwischen gestaltet wurden. Als wir das letzte Mal an der Pont du Gard waren, gab es gerade mal einen lehmigen Weg, der zum Aquädukt führte- so ändern sich die Zeiten 🙂 oder anders gesagt- wir werden alt…

Übernachtung in Uzès

Die Suche nach einem Übernachtungsplatz führt uns nach Uzès – Diese mittelalterliche Kleinstadt bietet uns auf einem Parkplatz direkt im Stadtkern mit herrlicher Aussicht eine ruhige Nacht. Außerdem werde ich mal wieder kulinarisch von meinem Mann aufs Leckerste verwöhnt!

Das Tal der Ardeche

Eigentlich war dann die Weiterfahrt durch das Tal der Ardeche geplant. Als wir am nächsten Tag dort ankamen war die Durchfahrt wegen Bauarbeiten gesperrt. So konnten wir nur den Eingang in die Schlucht besichtigen und leider nicht diese spannende Strecke für die Weiterfahrt nutzen.

Daher machen wir einen kleinen Umweg um dann entlang dem Tal der La Drome Richtung Heimat zu düsen. Die letzte Nacht verbringen wir dann in einem kleinen Dorf entlang der Strecke und entdecken eine besondere Art des Friseur – ein Friseursalon auf vier Rädern, der bereits schon am Morgen gut besucht war.

Durch Schneegestöber geht es dann nach Hause und wir müssen wieder mal feststellen, der Urlaub ist einfach zu kurz. Aber sobald wie möglich starten wir wieder durch!

Schneegestöber in den Bergen

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2 Kommentare zu „Mit dem Wohnmobil in die winterliche Provence“

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